Update aus der Ukraine

Nach 1,5 Tagen ohne Internet melden wir uns gesund und munter aus Korostiv in der Ukraine wieder zurück!

Gestern ging es, wie angekündigt, nach Viseu de Sus in Rumänien zur Checkpoint Party. Dies ist der einzige, freiwillige Checkpoint der Rally, wo sich der Großteil der Teams trifft. Bis dahin sind die meisten zumindest eine sehr ähnliche Route gefahren, von dort trennt sich das Feld dann aber in alle Himmelsrichtungen wie ihr auch schon
beim GPS Tracking sehen könnt.

Nachdem wir Nachmittags beim Checkpoint angekommen sind wurden wir erstmal bei rumänischer live Volksmusik mit fiesen selbst gebrannten Spiritus, äääh Pflaumenschnaps, abgefüllt um dann gemeinsam mit einer alten Dampflock mitten in die Berge zu einem Camp am Fluss zu fahren. Dort hat man erstmals die Gelegenheit und Zeit die anderen
Teams kennenzulernen, sich auszutauschen und natürlich ordentlich zu feiern.
Da ich (Torben) nach den ersten Pflaumenschnäpsen direkt mein Zelt im Auto vergessen hatte, durften wir dann zu zweit in Stephans 1-Mann Zelt schlafen… Super 😉

Erholt und ausgeschlafen möchte ich unseren Zustand heute morgen also nicht bezeichnen. Aber gut, ist halt kein Pauschal All Inclusive Urlaub, sondern eine Abenteuer Rally!
Morgens also mit der Bimmelbahn den ganzen Weg wieder zurück zu den Autos gebracht worden, den anderen Teams gute Fahrt und viel Spaß gewünscht und dann hieß es für alle: Los gehts! Auf eigene Faust bis nach Tadschikistan durchschlagen!

Unser nächstes Ziel ist Kiew. Also vom Checkpoint ca. 60km rumänische Serpentinen zur ukrainischen Grenze gefahren, wo wir widererwarten relativ schnell durchkamen.
Der erste Herr mit Kalaschnikow aufm Rücken prüft erstmal Passports und Fahrzeugpapiere, der nächste wieder Passport plus Kofferraum und Motorraum, vorfahren, wieder Papiere usw. Wohlgemerkt spricht keiner ein Wort deutsch oder englisch, wir wiederum natürlich kein Wort Russisch/Ukrainisch, Schrift ist überwiegend Kyrillisch. Das macht das Ganze nicht uuunbedingt einfacher, aber definitiv abenteuerlicher.
Irgend wann haben wir dann die Frage verstanden was wir wollen (Tourist oder Business) und wo wir hin wollen. Auf unsere Antwort: Tourist auf dem Weg nach Tadschikistan wurden komischerweise die Hände über den Kopf zusammengeschlagen 😉
Obligatorisch noch mal bisschen Kofferraum aus- und wieder einräumen und schon durften wir einreisen!
War aber tatsächlich alles halb so wild und auch nicht ganz so anstrengend wie es sich jetzt liest. Alle waren sehr freundlich und eigentlich ging es sogar schneller und unkomplizierter als wir befürchtet hatten.

Bis Ungarn war ja eigentlich alles mehr oder weniger wie man es von Westeuropa kennt, Rumänien war dann schon anders, aber mit dem Grenzübertritt in die Ukraine merkt man, man ist definitiv raus aus Europa.
Die Straßen hier sind katastrophal, Schlaglöcher ist definitiv der falsche Begriff! Der reinste Slalomkurs in Schrittgeschwindigkeit um nicht in die Schlaglöcher zu fahren, oder sagen wir besser: zu fallen.
Die sind nämlich teilweise so tief, dass die Karre definitiv im Eimer wäre wenn man da rein fährt.
Aber auch das geht, wenn auch sehr schleppend. Unser tollkühner Gedanke, dass wir evtl. heute sogar bis nach Kiew kommen, hatte sich dann aber relativ schnell erledigt.
Nachdem wir stundenlang durch Dörfer gefahren sind, was übrigens natürlich total interessant war, sind wir auf eine Schnellstraße gekommen die man etwa mit einer deutschen Landstraße vergleichen kann.
Allerdings muss man auch hier jederzeit mit Schlaglöchern und gigantischen Bodenwellen rechnen.
Auf dieser Straße kommt man jetzt aber einigermaßen voran, jedoch muss man nach wie vor extrem aufpassen, zum einen wegen der Straße, aber vor allem wegen der anderen Verkehrsteilnehmer.
Überholen vor Kurven und Kuppen ist hier Gang und Gäbe.
Aber macht euch keine Sorgen, wir sind uns dem erhöhten Risiko hier bewusst und fahren dementsprechend sehr vorsichtig und vorausschauend.

Landschaftlich ist es hier sehr schön. Ziemlich bergig, womit wir gar nicht gerechnet hatten. Die Dörfer/Städtchen sind sehr unterschiedlich, teilweise sehr arm und abgewrackt aber auch immer wieder super hübsch mit richtigen Prunkbauten mittendrin. Definitiv ist es hier ziemlich abenteuerlich und interessant und wir sind jetzt schon froh die Route über die Ukraine genommen zu haben.
Morgen haben wir nun noch ca. 650km bis Kiew vor uns und sind schon total gespannt was uns dort erwartet.

Da die letzte Nacht nicht wirklich bequem war, es heute Abend geregnet hat, wir mal wieder eine Dusche gebrauchen konnten und vor allem W-Lan brauchen um euch auf dem Laufenden zu halten,sind wir heute nach mal wieder in einem Hotel eingekehrt. Wann wir uns das nächste Mal melden hängt davon ab, wann wir wieder Internet haben. Aber ihr seht uns ja im Tracking.

Apropos Tracking… Wir sind total begeistert, wie viele von euch uns regelmäßig beim GPS Tracking verfolgen, uns anschreiben und nach Bildern und Videos fragen.
Wir haben ja versprochen, dass wir euch so gut es geht an unserem Abenteuer teilhaben lassen wollen und freuen uns natürlich, wenn so viele dieses Angebot annehmen und wirklich auch daran interessiert sind.

Daher anbei ein paar Impressionen der letzten beiden Tage 😉

Machts gut Leute, bis bald!
Torben & Stephan

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